Website mit KI erstellt erkennen, so prüfst du es in fünf Minuten
Ob eine Website mit KI erstellt wurde, erkennst du an zwei Arten von Spuren, an Voreinstellungen im Design, die niemand geändert hat, und an technischen Resten, die die Werkzeuge im Code hinterlassen. Gestaltung ist ein Hinweis. Ein Generator-Eintrag, unsichtbare Zeichen, Textreste aus dem Chat oder ein C2PA-Manifest im Bild sind ein Beweis.
| Merkmal | Wo du es siehst | Was es aussagt | Kostenlose Prüfung |
|---|---|---|---|
| Verlauf von Violett nach Blau, Verlaufsschrift | Erster Bildschirm | Hinweis, die Standardfarben blieben stehen | KI-Design-Check |
| Überschrift, die auf jeden Betrieb passt | Hauptüberschrift | Hinweis | Deine eigenen Augen |
| Emoji als Aufzählung, viele Gedankenstriche | Fließtext | Hinweis, allein nie ein Beweis | KI-Wasserzeichen-Check |
| Leuchtflecken und schwebende 3D-Formen | Hintergründe | Hinweis | KI-Design-Check |
| Drei gleiche Karten mit je einem Symbol | Fast jeder Abschnitt | Hinweis | KI-Design-Check |
| Name des Generators oder Skript des Bauwerkzeugs | Quelltext | Beweis für das Werkzeug | KI-Wasserzeichen-Check |
| Zeichen ohne Breite oder versteckter Tag-Text | Kopierter Text | Beweis, dass Text eingefügt wurde | KI-Wasserzeichen-Check |
| C2PA-Manifest oder IPTC-Angabe im Bild | Bilddatei | Beweis für genau dieses Bild | KI-Wasserzeichen-Check |
Um eine mit KI erstellte Website zu erkennen, achte auf zwei Dinge. Erst auf die Voreinstellungen, also violette Verläufe, eine Überschrift, die auf jeden Betrieb passt, Emoji als Aufzählung und drei gleiche Karten. Dann auf die Spuren im Code, also einen Generator-Eintrag, unsichtbare Zeichen und Herkunftsangaben in Bildern. Voreinstellungen sind Hinweise, Spuren sind Beweise.
Wir verkaufen KI-Website-Vorlagen und sehen deshalb viele mit KI gebaute Seiten, auch unsere eigenen Entwürfe. Dieser Ratgeber sortiert die Merkmale danach, wie viel sie wirklich beweisen, und genau das fehlt in den meisten Listen. Er erklärt außerdem, wonach unsere beiden kostenlosen Prüfungen suchen und wo sie an ihre Grenze kommen.
Merkmale im Design, die Voreinstellungen, die niemand geändert hat
Ein KI-Baukasten oder ein Chatbot, der Code schreibt, muss Farben, Schriften und Aufbau wählen, wenn ihm niemand etwas vorgibt. Er nimmt, was in seinen Trainingsdaten und in den verbreiteten Frameworks am häufigsten vorkommt. Deshalb sehen so viele erzeugte Seiten aus wie Geschwister. Keines dieser Merkmale beweist für sich eine KI, denn Menschen lassen dieselben Voreinstellungen auch von Hand stehen. Zusammen zeigen sie, dass niemand eine Entscheidung getroffen hat.
Violette Verläufe und Verlaufsschrift
Das sichtbarste Merkmal ist ein Verlauf von Violett nach Indigo, oft direkt auf der Überschrift. Werte wie #8b5cf6, #a855f7 und #6366f1 stammen unverändert aus der Standardpalette von Tailwind, einem Framework, das erzeugter Code sehr oft benutzt. Verlaufsschrift hat ein zweites Problem. Ihr Kontrast lässt sich nicht mehr sauber messen, und in kleinen Größen wird sie schlecht lesbar.
Austauschbare Überschriften
„Wir bringen Ihr Unternehmen mit innovativen Lösungen auf das nächste Level“ könnte bei einer Kanzlei, einer Bäckerei oder einem Software-Start-up stehen. Erzeugte Überschriften versprechen eine Verwandlung und nennen nichts, keinen Ort, keinen Preis, keinen Kunden. Setz den Namen eines Wettbewerbers ein. Bleibt der Satz wahr, sagt er nichts über dich.
Emoji als Aufzählung und Gedankenstriche
Reihen aus Rakete, Funkeln und Haken als Aufzählungszeichen sind typische Chat-Antworten, die jemand auf die Seite kopiert hat. Ebenso der Gedankenstrich zwischen zwei Leerzeichen, die Lieblingsinterpunktion von Sprachmodellen. Ein Strich ist erlaubt. Vierzig auf einer Seite sagen etwas darüber, wer den Text getippt hat. Beides sind Muster, und deshalb zählen wir sie immer nur als Hinweis.
Leuchtflecken und schwebende 3D-Formen
Weiche Farbflecken mit starker Unschärfe hinter dem Inhalt, glänzende 3D-Formen und Kugeln, die zu keinem Produkt gehören. Sie bringen Licht und sonst nichts. Weil sie überall gleich aussehen, machen sie Abschnitte austauschbar, und sie kosten Ladezeit.
Gleiche Kartenraster
Drei Karten nebeneinander, jede mit Symbol, Überschrift und zwei Zeilen Text, in jedem Abschnitt wieder. Das ist der häufigste Baustein erzeugter Seiten. Er funktioniert, erzählt aber nichts, was nicht auch in einer Liste stünde, und wenn er dreimal auf derselben Seite auftaucht, hat niemand über die Anordnung nachgedacht. Oft trägt jede Karte dazu denselben weichen Schatten und einen farbigen Balken am linken Rand.
Merkmale im Code, was der Quelltext verrät
Hier werden die Belege hart. Diese Spuren stehen in der Seite oder eben nicht, und wenn sie dastehen, kannst du auf die genaue Stelle zeigen.
Generator-Eintrag und Skripte von Bauwerkzeugen
Viele Werkzeuge schreiben ihren Namen in eine Generator-Zeile im Kopf der Seite. Öffne den Quelltext mit Strg+U oder Cmd+Option+U und such nach „generator“. Fehlt die Zeile, verrät oft die Adresse einer nachgeladenen Datei das Werkzeug, denn eine mit Lovable gebaute Seite lädt zum Beispiel ein Skript von dessen eigenen Servern. Bleib bei Baukästen fair. Wix, Webflow oder WordPress im Quelltext sagen, auf welcher Plattform die Seite läuft, nicht dass eine KI sie gestaltet hat. Eine von Hand gebaute Webflow-Seite ist keine KI-Seite.
Unsichtbare Zeichen
Zeichen ohne Breite wie U+200B sind auf keinem Bildschirm zu sehen und überleben jedes Kopieren. In einem deutschen Fließtext haben sie nichts verloren, und meist kommen sie mit, wenn jemand eine Antwort aus einem Chatfenster kopiert. Seltener und merkwürdiger ist der Tag-Block von Unicode ab U+E0000, mit dem sich ganze lesbare Sätze verstecken lassen, die kein Besucher sieht. In beiden Fällen brechen sie Suche und Textabgleich, deshalb lohnt sich das Entfernen auch dann, wenn dich die Herkunft gar nicht interessiert.
C2PA, IPTC und Wasserzeichen in Bildern
Bilder tragen ihre Herkunft oft mit sich. DALL·E, Sora, Adobe Firefly, Google Imagen und Gemini betten ein signiertes C2PA-Manifest ein, auch Content Credentials genannt. Midjourney schreibt die IPTC-Angabe trainedAlgorithmicMedia in die Metadaten. Stable Diffusion mit Oberflächen wie Automatic1111 legt den vollständigen Prompt als Textfeld im PNG ab. Das ist der stärkste Beweis überhaupt, denn er ist eine Angabe des Herstellers und keine Vermutung. Googles SynthID dagegen liegt in den Pixeln selbst und lässt sich nur mit Googles eigenen Werkzeugen auslesen.
Textreste aus dem Chatfenster
Sätze wie „Als KI-Sprachmodell“, Platzhalter wie „[Name Ihres Unternehmens]“ und sichtbares Markdown, also Sternchen um ein Wort oder eine Raute am Zeilenanfang. Das sind keine Stilfragen, sondern Unfälle. Jemand hat eine Antwort eingefügt und nicht mehr hingesehen. Es steht öfter live, als man glaubt.
Warum das für Vertrauen und Anfragen zählt
Menschen beurteilen das Aussehen einer Website in einem Bruchteil einer Sekunde. Eine Studie von Gitte Lindgaard und Kollegen an der Carleton University aus dem Jahr 2006 zeigte, dass Besucher die optische Wirkung einer Seite schon nach 50 Millisekunden bewerten und dass dieses erste Urteil mit dem nach längerem Hinsehen übereinstimmt. Eine Seite, die nach Voreinstellung aussieht, wird als Voreinstellung abgelegt, bevor jemand ein Wort liest.
Schon das Wort KI kann Umsatz kosten. Forscher der Washington State University haben 2024 in Experimenten mit mehr als 1.000 Erwachsenen in den USA gezeigt, dass der Begriff künstliche Intelligenz in einer Produktbeschreibung die Kaufabsicht senkt, und zwar stärker bei riskanten Käufen wie Medizin oder Finanzen. Für eine Kanzlei, eine Praxis oder eine Finanzberatung weckt eine Website, die nach Maschine aussieht, denselben Zweifel.
Die Suche ist die andere Seite. Google sagt seit 2023, dass es hilfreiche Inhalte belohnt, egal wie sie entstanden sind. Abgewertet werden dünne, austauschbare Inhalte, und genau die schreibt eine KI, wenn ihr Fakten und Regeln fehlen. Unser Ratgeber zu KI-Website und SEO geht darauf genauer ein.
So prüfst du eine Website in fünf Minuten
- Sieh dir den ersten Bildschirm an. Verlauf, Leuchtflecken, eine Überschrift ohne Ort und ohne Zahl? Notier es, aber urteile noch nicht.
- Öffne den Quelltext. Such nach „generator“, nach den Namen bekannter Bauwerkzeuge und nach Skriptadressen, die auf ein Werkzeug zeigen.
- Lass den KI-Design-Check laufen. Er liest den öffentlichen Quelltext einer Startseite und prüft acht Voreinstellungen, von der Standardpalette und Verlaufsschrift über Leuchtflecken und eine einzige Standardschrift bis zu Gedankenstrichen und Floskeln. Die Punktzahl von zehn ist kein Qualitätsurteil, sie zeigt, wie viel der Seite Voreinstellung ist. Eine Prüfung pro Tag und Gerät, die Adresse wird nicht gespeichert.
- Lass den KI-Wasserzeichen-Check laufen. Er lädt genau eine Seite und bis zu sechs ihrer Bilder und macht sieben Prüfungen, von unsichtbaren Zeichen und verstecktem Tag-Text über C2PA, IPTC und Bauwerkzeuge bis zu Textresten aus dem Chat. Fünf zählen als Beweis und zeigen die Fundstelle, Sprachmuster zählen nur als Hinweis, und eine Kennzeichnung auf der Seite ist der gute Befund. Er arbeitet ohne Sprachmodell, das Ergebnis ist also jedes Mal dasselbe. Drei Prüfungen pro Tag und Gerät.
- Prüf einen Entwurf, bevor du ihn veröffentlichst. Der Zeichenprüfer findet und entfernt unsichtbare Zeichen in eingefügtem Text und läuft vollständig in deinem Browser.
So sieht eine KI-Website nach Handarbeit aus
Das Ziel ist nicht, zu verstecken, dass du KI benutzt hast. Das Ziel ist eine Website, die nur zu deinem Betrieb gehören kann.
- Misch dir eine eigene Farbe und nimm sie überall. Grau in fünf Abstufungen trägt den Rest.
- Setz den Akzent mit einem kursiven Wort statt mit einem Verlauf in der Überschrift.
- Nimm echte Fotos von deiner Arbeit, deinem Team und deinen Räumen. Lass bei erzeugten Bildern das C2PA-Etikett stehen, es ist ehrlich und wird mit der KI-Verordnung der EU zunehmend erwartet.
- Schreib Sätze mit einer Zahl, einem Namen oder einem Fall darin. „Vier Wochen von der Anfrage bis live“ schlägt „maßgeschneiderte Lösungen“.
- Gestalte die Abschnitte unterschiedlich. Was wichtiger ist, bekommt mehr Platz, der Rest wird ruhiger.
- Streich Emoji-Aufzählungen und Gedankenstriche und tipp Text neu, statt ihn aus einem Chatfenster einzufügen.
- Schreib deine Regeln auf. Eine KI fällt auf Voreinstellungen zurück, wenn ihr niemand etwas anderes sagt. Unsere Templates enthalten genau deshalb eine Guideline-Datei und einen Wissensordner, damit die zwanzigste Seite denselben Regeln folgt wie die erste. Mehr zur Idee findest du im Ratgeber zur KI-Website und in der Liste der KI-Website-Vorlagen.
Was keine Prüfung verraten kann
Jede ehrliche Prüfung hat Grenzen, und sie gehören ins Ergebnis. Metadaten verschwinden, sobald ein Redaktionssystem oder ein Bilddienst ein Bild umrechnet, ein sauberes Bild kann also trotzdem erzeugt sein. Text, den jemand im Chatfenster gelesen und selbst neu getippt hat, hinterlässt nichts, und das ist ohnehin der richtige Umgang mit KI. Stildetektoren, die eine Prozentzahl ausgeben, raten, und sie treffen am häufigsten Menschen, die klar schreiben. Ein Fund sagt, womit gearbeitet wurde, nicht ob die Website gut ist. Eine saubere, schnelle und ehrliche Website, die mit KI gebaut wurde, ist besser als eine handgebaute, die am Kunden vorbeiredet.
Häufige Fragen
Oft ja. Verlässlich sind die technischen Spuren, also ein Generator-Eintrag oder das Skript eines Bauwerkzeugs im Quelltext, unsichtbare Zeichen im Text und Herkunftsangaben in den Bildern. Gestaltungsmerkmale wie violette Verläufe und austauschbare Überschriften sind nur Hinweise, weil Menschen dieselben Voreinstellungen auch ohne KI benutzen.
Unser KI-Wasserzeichen-Check liest eine Seite und bis zu sechs ihrer Bilder und zeigt jede gefundene Spur mit ihrer Fundstelle, ohne Sprachmodell und ohne zu raten. Der KI-Design-Check liest den Quelltext einer Startseite und zeigt, welche von acht Design-Voreinstellungen darin stecken. Beide sind kostenlos.
Als Beweis nicht. Stildetektoren schätzen, wie wahrscheinlich ein Text unter einem Sprachmodell ist, und irren in beide Richtungen, besonders bei Menschen, die klar und einfach schreiben. Ein Zeichen ohne Breite oder ein C2PA-Manifest steht in der Datei oder eben nicht, deshalb prüfen wir genau das.
Google sagt, es belohne hilfreiche Inhalte, egal wie sie entstanden sind. Was Sichtbarkeit kostet, sind dünne, austauschbare Inhalte, und die entstehen leicht, wenn eine KI ohne Vorgabe und ohne echte Fakten schreibt. Nicht die Herkunft ist das Problem, sondern der Einheitsbrei.
Das hängt davon ab, was sie zeigt. Nach der KI-Verordnung der EU müssen Anbieter generativer Werkzeuge ihre Ausgaben maschinenlesbar markieren, und Deepfakes müssen offengelegt werden. Gewöhnliche Werbetexte, die du überarbeitet hast und unter deinem Namen veröffentlichst, brauchen in der Regel keine Kennzeichnung. Im Zweifel frag eine Kanzlei.
Misch dir eine eigene Farbe, nimm echte Fotos, schreib Sätze mit Zahlen und Namen, gestalte die Abschnitte unterschiedlich, streich Emoji-Aufzählungen und Gedankenstriche und tipp Chat-Text neu, statt ihn einzufügen. Ein Template mit aufgeschriebenen Design-Regeln hält die KI davon ab, auf Voreinstellungen zurückzufallen.
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