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Coaching-Website erstellen, der komplette Leitfaden

Die meisten Coaching-Websites scheitern nicht am Design, sondern an der Struktur. Dieser Leitfaden führt durch alles, was zwischen der Idee und dem ersten Erstgespräch über die Website liegt.

4 Minuten Lesezeit

Die meisten Coaching-Websites sehen ordentlich aus und bringen trotzdem keine Anfragen. Der Grund ist selten das Design. Er liegt darin, dass die Website beschreibt, was jemand anbietet, statt zu zeigen, was sich für den Klienten ändert.

Dieser Leitfaden geht den kompletten Weg durch, von der Frage, für wen du eigentlich da bist, bis zum Tag nach dem Livegang.

Schritt 1, die Positionierung klären

Bevor eine einzige Seite entsteht, brauchst du drei Sätze:

Für wen. Nicht “für Menschen in Veränderung”, sondern konkret genug, dass sich jemand wiedererkennt. “Für Führungskräfte, die zum ersten Mal ein Team übernehmen” ist eine Positionierung. “Für alle, die wachsen wollen” ist keine.

Woran der Klient merkt, dass er gemeint ist. Das ist meistens ein Problem, kein Ziel. Menschen suchen nach dem, was weh tut, nicht nach dem Fachbegriff für die Lösung.

Was sich ändert. Der Zustand nach der Zusammenarbeit, in normaler Sprache.

Diese drei Sätze sind später der Kern der Startseite. Wer sie nicht hat, baut eine Website über sich selbst statt über den Klienten, und das ist der häufigste Fehler in dieser Branche.

Schritt 2, die Seitenstruktur

Für die allermeisten Coaches reichen sieben Seiten:

  1. Startseite. Versprechen, für wen, wie es abläuft, Referenzen, ein Weg zum Gespräch.
  2. Angebot. Eine Seite je Format, wenn du mehrere hast. Einzelcoaching und Gruppenprogramm gehören nicht auf dieselbe Seite, weil sie unterschiedliche Menschen ansprechen.
  3. Über mich. Werdegang, aber aus Klientensicht erzählt. Nicht der Lebenslauf, sondern warum ausgerechnet du.
  4. Referenzen. Echte Stimmen mit Namen, gern mit Situation und Ergebnis.
  5. Kontakt. Mit einem konkreten nächsten Schritt, nicht nur einem Formular.
  6. Impressum.
  7. Datenschutzerklärung.

Optional kommt ein Blog dazu, aber nur wenn du ihn wirklich pflegst. Ein Blog mit drei Beiträgen aus 2024 schadet mehr, als er nützt.

Schritt 3, was auf die Startseite gehört

Die Reihenfolge ist wichtiger, als die meisten denken. Bewährt hat sich:

Ganz oben: Eine Zeile, die sagt, für wen du da bist und was sich ändert. Kein Willkommensgruß, kein Firmenname als Überschrift. Ein Besucher entscheidet in wenigen Sekunden, ob er gemeint ist.

Direkt darunter: Der erste Weg zum Gespräch. Nicht erst am Seitenende. Wer schon überzeugt ist, soll nicht scrollen müssen.

Dann: Das Problem in den Worten des Klienten. Hier erkennt sich jemand wieder.

Dann: Wie die Zusammenarbeit abläuft, in drei bis vier Schritten. Das nimmt die Angst vor dem Unbekannten, die bei Coaching immer mitschwingt.

Dann: Referenzen. Am wirksamsten sind die, die eine Ausgangslage beschreiben, nicht nur ein Lob.

Zum Schluss: Der Weg zum Gespräch noch einmal, jetzt für die, die alles gelesen haben.

Schritt 4, die Texte

Drei Regeln, die den meisten Unterschied machen:

Schreibe in der zweiten Person. “Du willst dein Team führen, ohne dich zu verlieren” wirkt anders als “Meine Klienten sind Führungskräfte in Umbruchsituationen”.

Nenne den Preis oder erkläre, warum nicht. Fehlende Preise sind der häufigste Grund, warum Interessenten abspringen. Wenn du nicht mit Festpreisen arbeitest, schreib eine Spanne und den Satz, wovon es abhängt.

Streiche jedes Wort, das in jeder anderen Coaching-Website auch stehen könnte. “Ganzheitlich”, “auf Augenhöhe”, “individuell” sagen nichts, weil sie alle sagen. Was bleibt, wenn du sie streichst, ist deine tatsächliche Botschaft.

Schritt 5, die drei Wege zur fertigen Seite

Selbst bauen mit einem Baukasten. Wix oder Squarespace, 11 bis 25 Euro im Monat. Am bequemsten, dauerhaft kostenpflichtig, und die Website bleibt im System des Anbieters.

Bauen lassen. Eine Agentur nimmt 3.000 bis 8.000 Euro und sechs bis acht Wochen. Dafür bekommst du Konzept, Texte und Fotos aus einer Hand. Jede spätere Änderung läuft wieder über die Agentur.

Ein fertiges Template nehmen. Du kaufst eine vollständige Coaching-Website einmalig, öffnest sie in einem KI-Werkzeug und machst sie per Chat zu deiner. Der Code gehört dir, das Hosting suchst du dir aus, spätere Änderungen beschreibst du im Chat.

Welcher Weg passt, hängt weniger vom Budget ab als von der Frage, wie oft du künftig etwas ändern willst und ob du dabei von jemandem abhängig sein möchtest.

Schritt 6, die Pflichtseiten

Impressum und Datenschutzerklärung sind in Deutschland Pflicht, sobald die Website geschäftsmäßig ist. Beides gehört geprüft. Was hier hilft: Generatoren für den ersten Entwurf nutzen, dann einmal fachlich prüfen lassen. Was hier schadet: eine KI erfinden lassen, welche Paragrafen gelten.

Wenn du Termine online anbietest, kommen Widerrufsbelehrung und AGB dazu.

Schritt 7, nach dem Livegang

Die Website ist kein Projekt mit Enddatum. Drei Dinge lohnen sich in den ersten Wochen:

Bei Google anmelden. Search Console einrichten, Sitemap einreichen. Ohne das dauert es deutlich länger, bis überhaupt jemand über die Suche kommt.

Die erste Referenz nachtragen. Nach dem ersten Klienten, der über die Website kam, direkt fragen. Frische Referenzen wirken am stärksten.

Beobachten, wo Leute abspringen. Wenn niemand auf der Angebotsseite landet, stimmt der Weg dorthin nicht.

Wo du weiterliest

Wer wissen will, welche fertigen Vorlagen es gibt, findet die zehn besten Coaching-Website-Vorlagen im Vergleich. Wer die Kosten der drei Wege nebeneinander sehen will, findet sie im Vergleich. Und alle Coaching Website Templates stehen im Marktplatz, jedes mit allen Seiten aus diesem Leitfaden bereits gebaut.

Häufige Fragen

Die Technik ist der kleinste Teil. Mit einem fertigen Template steht die Seite an einem Nachmittag. Was wirklich Zeit kostet, sind Positionierung, Texte und Fotos, realistisch ein bis zwei Wochen nebenher. Wer diese Arbeit vorher macht, ist am selben Tag live.

Ein gutes Portraitfoto ja, alles andere nein. Coaching ist ein Personengeschäft, und ein Bildagentur-Foto von lächelnden Fremden im Meeting kostet mehr Vertrauen, als ein Handyfoto bei gutem Licht je könnte.

Ein Template kostet 89 bis 100 Euro einmalig, ein Baukasten 130 bis 200 Euro pro Jahr, eine Agentur 3.000 bis 8.000 Euro. Dazu kommen Domain und Hosting, zusammen etwa 30 bis 80 Euro im Jahr.

Drei Dinge zusammen wirken. Ein klares Versprechen über dem Fold, echte Referenzen mit Namen, und genau ein sichtbarer nächster Schritt, der niedrigschwellig ist. Ein kostenloses Erstgespräch bringt mehr Anfragen als ein Kontaktformular ohne Kontext.

Ja, sobald die Website geschäftsmäßig ist, und das ist sie ab dem ersten Angebot. Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht, und beide gehören geprüft. Vorlagen aus dem Netz ersetzen keine Rechtsberatung.

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