Was vorher stehen muss #
Live zu gehen ist kein einzelner Knopf, sondern der Moment, in dem drei Dinge zusammenkommen: deine fertigen Inhalte, ein Ort im Internet und deine Adresse. Bevor du anfängst, sollten die Kapitel Texte und Inhalte und Impressum und Datenschutz durch sein. Alles andere kannst du auch nach dem Start noch verbessern.
Einen Webspace (ab etwa 3 Euro im Monat), eine Domain (etwa 10 bis 20 Euro im Jahr, oft im Webspace enthalten) und dein fertig umgebautes Template. Mehr nicht. Keine Datenbank, kein Serverwissen, keine laufenden Lizenzen.
Der Prüflauf: nichts Erfundenes mehr #
Dein Template kam mit einer erfundenen Person, erfundenen Zahlen und erfundenen Stimmen. Das ist Absicht, damit du eine vollständige Website siehst statt leerer Kästen. Der wichtigste Schritt vor dem Start ist deshalb der Nachweis, dass davon nichts mehr übrig ist.
Deine KI kann das selbst prüfen. Der Skill Qualitätsprüfung sucht im ganzen Projekt nach den Platzhaltern und meldet jede Fundstelle. Der Beweis ist erst erbracht, wenn die Suche null Treffer liefert.
Führe die Qualitätsprüfung durch und suche das ganze Projekt nach Resten der Beispiel-Identität ab: erfundene Namen, Firmennamen, Telefonnummern, Adressen, Beispiel-Domains, erfundene Zahlen und Kundenstimmen. Liste mir jede Fundstelle mit Datei und Zeile auf.
Geh die Liste durch, bis sie leer ist. Achte besonders auf die Stellen, die keine Volltextsuche findet: Bilder mit Gesichtern, Logos und Wortmarken, Zahlen in Grafiken und Angaben in den strukturierten Daten im Kopf der Seite.
Die Fotos der erfundenen Person in deinem Template sind lizenzfreie Bilder ohne Einverständnis der abgebildeten Menschen. Sie dürfen nie so aussehen, als wären sie du oder dein Team. Ersetze jedes Bild mit einem erkennbaren Gesicht durch ein eigenes Foto oder nimm die Stelle heraus. Motive ohne Personen, etwa Räume oder Gegenstände, dürfen bleiben.
Die fünf Pflichtpunkte #
Diese fünf Punkte entscheiden, ob deine Website startbereit ist. Alles andere ist Verbesserung und darf warten.
Deine Identität steht überall
Name, Firma, Anschrift, Telefon und E-Mail sind an jeder Stelle deine. Das betrifft nicht nur die sichtbaren Texte, sondern auch den Fuß jeder Seite, die Kontaktseite und die maschinenlesbaren Angaben, die Google ausliest.
Keine Beispiel-Belege mehr
Kundenstimmen, Fallbeispiele und Zahlen sind entweder echt und freigegeben oder sie sind draußen. Eine Website mit erfundenen Referenzen ist nicht nur unehrlich, sie ist wettbewerbsrechtlich angreifbar. Im Zweifel lieber eine Sektion weniger.
Impressum und Datenschutz sind gefüllt
Beide Seiten liegen als leere Platzhalter bereit und tragen eine Anweisung an Suchmaschinen, sie nicht aufzunehmen. Du trägst deine eigenen, geprüften Texte ein und nimmst diese Anweisung danach heraus. Das ganze Kapitel dazu steht unter Impressum und Datenschutz.
Die Formulare gehen irgendwohin
Kontaktformulare sind im Auslieferungszustand ohne Versand angelegt. Entweder du bindest einen Versand an, oder du ersetzt das Formular durch deine E-Mail-Adresse und deine Telefonnummer. Ein Formular, das nichts verschickt, ist schlimmer als kein Formular.
Die Messung ist entschieden
Dein Template bringt einen funktionierenden Einwilligungs-Dialog mit, aber keine aktive Mess-Kennung. Entweder du trägst deine eigene ein, oder du nimmst die Messung ganz heraus. Beides ist in Ordnung, ein halber Zustand nicht.
Die Dateien für den Server erzeugen #
Es gibt zwei Arten von Templates, und sie unterscheiden sich genau an dieser Stelle. Welche du hast, siehst du an einem Blick in deinen Ordner.
Template mit einem Ordner src
Das ist der Regelfall. Deine Website wird aus Bausteinen zusammengesetzt, und ein Befehl baut daraus fertige Seiten. Öffne ein Terminal in deinem Projektordner und schreib:
- npm install · einmalig, holt die Bausteine
- npm run build · erzeugt den Ordner dist
Danach liegt ein neuer Ordner dist im Projekt. Nur dieser Ordner kommt auf den Server, und zwar sein Inhalt, nicht der Ordner selbst. Alles andere, deine Bausteine, die Guideline, der Wissensordner und die Skills, bleibt bei dir auf dem Rechner.
Der häufigste Grund ist der Ablageort. In Cloud-Ordnern wie OneDrive oder Dropbox werden Dateipfade zu lang und der Build scheitert. Leg den Projektordner direkt auf die Festplatte, etwa unter C:\websites\meinprojekt, und versuch es dort erneut.
Template ohne Ordner src
Manche Templates sind fertige Seiten ohne Bauschritt. Du erkennst sie daran, dass eine index.html direkt im Hauptordner liegt. Hier entfällt der Build komplett: Was du siehst, ist bereits das, was auf den Server kommt.
Nicht auf den Server gehören die Erklärdateien: alles mit der Endung .md, der Wissensordner, der versteckte Ordner mit den Skills und der Styleguide. Sie sind für dich und deine KI, nicht für Besucher.
Hosting wählen #
Deine Website besteht aus fertigen Dateien. Sie braucht keine Datenbank und keinen laufenden Serverprozess, deshalb läuft sie praktisch überall und ist entsprechend günstig. Diese drei Wege decken fast alle Fälle ab.
| Weg | Passt, wenn | Kosten |
|---|---|---|
| Klassischer Webspace | Du willst Domain, Postfach und Speicherplatz an einer Stelle. Anbieter wie IONOS, Strato, all-inkl oder Hetzner. Nötig, wenn dein Template ein Kontaktformular mit Versand mitbringt. | ab etwa 3 Euro im Monat |
| Statischer Hoster | Du willst maximale Geschwindigkeit und nichts verwalten. Anbieter wie Cloudflare Pages, Netlify oder Vercel. Formulare laufen dann über einen externen Dienst. | meist kostenfrei |
| Beim bestehenden Anbieter | Du hast schon Webspace für eine alte Seite. Dann kommt die neue Website einfach in dasselbe Verzeichnis und ersetzt die alte. | nichts zusätzlich |
Wenn du dich nicht entscheiden kannst, nimm einen klassischen Webspace mit inbegriffener Domain. Er kann alles, was die anderen können, ist im ersten Jahr meist vergünstigt und du hast einen deutschsprachigen Ansprechpartner, wenn etwas klemmt.
Hochladen, drei Wege #
Egal welchen Weg du nimmst, das Ziel ist immer dasselbe: Der Inhalt deines Ordners dist landet im Web-Verzeichnis deines Hosters. Dieses Verzeichnis heißt je nach Anbieter htdocs, public_html, www oder einfach Wurzelverzeichnis. Wenn es richtig liegt, steht die Datei index.html ganz oben darin.
Der Dateimanager im Browser
Der einfachste Weg für den ersten Start. Melde dich beim Hoster an, öffne den Dateimanager, geh in das Web-Verzeichnis und lade den Inhalt deines dist-Ordners hoch. Bei vielen Dateien ist das mühsam, für den ersten Versuch aber am schnellsten erklärt.
Ein Übertragungsprogramm
FileZilla oder Cyberduck sind kostenfrei und für genau diesen Zweck gemacht. Du trägst einmal Serveradresse, Benutzername und Passwort ein, die dein Hoster dir gibt, und ziehst danach Dateien per Maus hinüber. Nimm immer die gesicherte Übertragung, also SFTP, nicht das alte FTP.
Schreib Serveradresse, Benutzername und Passwort nie in eine Datei in deinem Projektordner. Sie gehören in den Passwortspeicher deines Programms oder deines Browsers. Landen sie versehentlich in einer Datei, die du hochlädst, kann sie jeder lesen.
Direkt aus deinem Projekt heraus
Wenn du deine Website häufiger änderst, lohnt sich ein kleines Skript, das den Upload übernimmt. Deine KI kann es dir schreiben und dabei genau die Dateien ausschließen, die nicht auf den Server gehören. Ab dem zweiten Mal ist Veröffentlichen dann ein einziger Befehl.
Schreib mir ein Upload-Skript, das den Inhalt von dist per SFTP auf meinen Webspace lädt. Die Zugangsdaten sollen aus Umgebungsvariablen kommen und nie in der Datei stehen. Doku-Dateien, den Wissensordner und die Skills bitte ausschließen. Erklär mir danach in einfachen Worten, wie ich es starte.
Domain und HTTPS #
Die Domain ist deine Adresse. Hast du sie beim selben Anbieter wie den Webspace gekauft, verbindest du sie im Kundenbereich mit einem Klick, meist unter einem Punkt wie Domain-Verwaltung oder Zieladresse. Liegt sie woanders, trägst du dort die Serveradresse ein, die dein Hoster dir nennt. Beides dauert Minuten, aber es kann bis zu einem Tag dauern, bis die Änderung überall angekommen ist.
Danach kommt der wichtigste Schalter: HTTPS. Es sorgt für das Schloss-Symbol im Browser und dafür, dass Besucher keine Warnung sehen. Jeder ernstzunehmende Hoster bietet dafür ein kostenfreies Zertifikat an, meist Let's Encrypt genannt, und aktiviert es auf Knopfdruck. Aktivier zusätzlich die Weiterleitung, damit jemand, der die Adresse ohne https eintippt, automatisch auf der sicheren Fassung landet.
Zum Schluss entscheide dich für eine Schreibweise, mit www oder ohne, und leite die andere darauf weiter. Erreichbar sein sollen beide, aber Suchmaschinen sollen genau eine als deine Adresse ansehen. Auch das ist beim Hoster eine Einstellung.
Der erste Rundgang auf der echten Adresse #
Jetzt ist deine Website online. Bevor du sie jemandem zeigst, geh sie einmal wie ein Fremder durch, und zwar auf der echten Adresse, nicht in der Vorschau auf deinem Rechner. Manche Fehler zeigen sich erst dort.
- Auf dem Handy zuerst. Die meisten Besucher kommen mit dem Telefon. Ruf jede Seite auf, scroll bis unten und achte darauf, ob sich etwas seitlich schieben lässt. Das darf nicht sein.
- Jeden Menüpunkt anklicken. Und jeden Knopf. Ein Link, der auf eine Fehlerseite führt, ist der häufigste Startfehler.
- Das Formular wirklich absenden. An deine eigene Adresse. Kommt die Mail an? Landet sie im Spam-Ordner? Beides musst du wissen, bevor es ein Kunde tut.
- Eine erfundene Adresse aufrufen. Häng irgendetwas an deine Domain an. Es muss deine eigene Fehlerseite im Design deiner Website erscheinen, nicht die nackte Meldung des Servers.
- Den Einwilligungs-Dialog testen. Einmal ablehnen, einmal annehmen. Er darf vor der Zustimmung nichts laden.
- Impressum und Datenschutz öffnen. Beide müssen von jeder Seite aus erreichbar sein und echten Text zeigen.
Deine KI kann den technischen Teil davon übernehmen und dir eine Liste ausgeben, statt dass du jeden Link selbst anklickst.
Prüf die Website vor dem Livegang vollständig: kaputte Links, fehlende Bildbeschreibungen, zu schwache Kontraste, fehlende Seitentitel und Beschreibungen, seitlicher Überlauf auf schmalen Bildschirmen. Gib mir eine Liste nach Dringlichkeit sortiert.
Bei Google anmelden #
Google findet neue Websites irgendwann von selbst, aber das kann Wochen dauern. Mit zwei Handgriffen geht es deutlich schneller, und du siehst danach, wonach Menschen suchen, bevor sie bei dir landen.
Search Console einrichten
Ein kostenfreies Werkzeug von Google. Du meldest deine Domain an, bestätigst einmal, dass sie dir gehört (meist über einen Eintrag bei deinem Domain-Anbieter) und reichst danach deine Übersichtsdatei ein. Sie liegt unter deiner Adresse mit dem Zusatz /sitemap.xml und ist in deinem Template bereits enthalten.
Unternehmensprofil anlegen
Wenn du Kunden in deiner Region hast, ist das der wirksamste einzelne Schritt überhaupt. Ein Google-Unternehmensprofil bringt dich in die Karte und in den Kasten rechts neben den Suchergebnissen. Achte darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer dort exakt so stehen wie auf deiner Website.
Wie du deine Seiten inhaltlich auf die Suche vorbereitest, steht ausführlich im Kapitel SEO und Sichtbarkeit. Erwarte in den ersten Wochen keine Wunder: Eine neue Domain braucht Zeit, bis Google ihr vertraut.
Wenn etwas nicht stimmt #
| Das siehst du | Das ist der Grund |
|---|---|
| Eine Liste von Dateinamen | Die index.html liegt nicht ganz oben im Web-Verzeichnis, sondern in einem Unterordner. Meist wurde der Ordner dist selbst hochgeladen statt seines Inhalts. |
| Text ohne Gestaltung | Der Ordner mit den Gestaltungsdateien fehlt oder ist unvollständig hochgeladen. Lade den kompletten Inhalt erneut hoch. |
| Alte Inhalte trotz Änderung | Dein Browser zeigt eine gespeicherte Fassung. Lade die Seite mit gedrückter Umschalttaste neu oder öffne sie in einem privaten Fenster. |
| Warnung vor unsicherer Seite | HTTPS ist noch nicht aktiv oder das Zertifikat wird gerade erst ausgestellt. Meist löst sich das innerhalb einer Stunde, sonst beim Hoster nachsehen. |
| Unterseiten führen ins Leere | Die Steuerdatei für den Server fehlt. Sie beginnt mit einem Punkt und wird von manchen Programmen ausgeblendet. Versteckte Dateien einblenden und erneut hochladen. |
| Umlaute erscheinen zerhackt | Die Datei wurde in der falschen Zeichenkodierung gespeichert. Lass deine KI die betroffene Datei prüfen und neu schreiben. |
Kommst du nicht weiter, beschreib deiner KI genau, was du siehst, und was du zuletzt getan hast. Sie kennt den Aufbau deines Projekts und findet die Ursache meist schneller als jede Suche im Netz.
Die Checkliste zum Abhaken #
Wenn du hier überall ja sagen kannst, ist deine Website startbereit.
- Die Suche nach Platzhaltern liefert null Treffer
- Kein Bild zeigt ein Gesicht, das nicht zu dir gehört
- Name, Anschrift, Telefon und E-Mail stimmen an jeder Stelle
- Impressum und Datenschutz sind gefüllt und von überall erreichbar
- Die Anweisung, diese Seiten nicht aufzunehmen, ist entfernt
- Das Kontaktformular wurde einmal echt abgeschickt und kam an
- Jeder Menüpunkt und jeder Knopf führt irgendwohin
- Eine erfundene Adresse zeigt deine eigene Fehlerseite
- Das Schloss-Symbol steht im Browser, HTTPS ist erzwungen
- Eine Schreibweise der Domain ist gesetzt, die andere leitet weiter
- Jede Seite hat einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung
- Auf dem Handy lässt sich nichts seitlich verschieben
- Die Übersichtsdatei ist bei Google eingereicht
Eine Website ist nie fertig, sie geht nur irgendwann online. Wenn die Liste oben steht, ist deine besser als die meisten, die seit Jahren laufen. Der Rest entsteht im Betrieb. Wie du weitermachst, steht im Kapitel Pflegen und erweitern.