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Kapitel 05

Texte und Inhalte

Dein Template kam mit einer erfundenen Person, erfundenen Zahlen und fremden Bildern. Dieses Kapitel zeigt, wie du daraus deine eigene Website machst: wo die Texte liegen, wie das Gespräch mit deiner KI läuft und was mit Belegen passiert, die nicht dir gehören. Rechne für den großen Umbau mit einem ruhigen Nachmittag.

13 Min Gilt für jedes AI Website Template

Die goldene Regel: Texte liegen zentral #

Bevor du einen einzigen Satz änderst, lohnt sich eine Minute für die wichtigste Regel dieses Kapitels. Die Texte deiner Website stehen nicht dort, wo du sie auf dem Bildschirm siehst. Sie liegen gesammelt an einer Stelle, und die Seiten holen sie sich von dort.

Bei den meisten Templates ist das ein Ordner src/data/ mit einer Datei darin, die oft site.ts heißt. Dort stehen Name, Anschrift, Telefonnummer, die Navigation, deine Leistungen, die Preise, die Fragen und Antworten und die Kundenstimmen. Ein Template ohne Ordner src hält seine Texte direkt in der index.html der jeweiligen Seite. In beiden Fällen gilt derselbe Reflex: Wer eine Formulierung sucht, sucht zuerst zentral, dann in der einzelnen Seite.

  • src/data/site.ts · Name, Kontakt, Navigation, Leistungen, Preise, Fragen und Antworten
  • src/data/blog.ts · Titel, Datum und Vorschautexte der Artikel
  • src/pages/ · je Seite die Texte, die nur dort vorkommen
  • Wissen/tone-of-voice.md · der Ton, dem alle Texte folgen
Warum das so gebaut ist

Deine Telefonnummer steht im Fuß jeder Seite, auf der Kontaktseite, im Menü auf dem Handy und in den maschinenlesbaren Angaben für Google. An einer Stelle gepflegt heißt: einmal ändern, überall richtig. Verstreut gepflegt heißt: eine Stelle übersehen und ein Kunde wählt die alte Nummer.

Manche Texte wohnen trotzdem in der Seite selbst, etwa die Kopfzeile einer einzelnen Seite, ein Werdegang oder die Prinzipien deiner Arbeitsweise. Das ist Absicht: Was genau einmal vorkommt, steht dort, wo es vorkommt. Deine KI kennt beide Orte und findet die Stelle schneller als jede Suche von Hand.

Das schreibst du deiner KI

Zeig mir, wo die Texte dieser Website gepflegt werden. Nenn mir die zentrale Datei, die Seiten mit eigenen Texten und sag mir, welche Angaben an mehreren Stellen gleichzeitig stehen.

Die Regel in einem Satz

Zentral suchen, dann in der Seite. Und niemals dieselbe Angabe an zwei Stellen von Hand pflegen. Wie dein Template im Ganzen aufgebaut ist, steht im Kapitel Aufbau deines Templates.

Der große Umbau in vier Runden #

Dein Template kam mit einer erfundenen Person, einer erfundenen Firma und einer erfundenen Geschichte. Das ist Absicht, damit du eine vollständige Website siehst statt leerer Kästen. Der Umbau auf dich ist deshalb kein Nachbessern, sondern ein Austausch.

Jedes Template bringt dafür den Skill start mit. Er führt ein Gespräch in vier Runden, sammelt ein, was er braucht, und baut nach jeder Runde etwas ein, das du sofort ansehen kannst. Du startest ihn mit einem einzigen Satz.

Das schreibst du deiner KI

Ich habe dieses Template gerade gekauft und will daraus meine echte Website machen. Führ mich durch das erste Gespräch, stell mir eine Frage nach der anderen und sag mir jeweils, wofür du die Angabe brauchst.

Runde 1: Wer ihr seid

Name, Rechtsform, Ort, die Menschen dahinter und in einem Satz, was ihr tut. Daraus entstehen Logo, Seitentitel, Kopf, Startseite und der Fuß jeder Seite. Diese Runde verändert am meisten auf einmal, deshalb steht sie vorn.

Runde 2: Harte Daten

Anschrift, Telefon, E-Mail, Erreichbarkeit und deine Domain. Diese Angaben erscheinen automatisch an allen Stellen, an denen sie gebraucht werden. Was du noch nicht hast, kommt auf eine Liste offener Punkte und wird nicht ausgedacht.

Runde 3: Dein Angebot

Deine Leistungen mit Ablauf, Formaten und Preislogik, dazu für wen sie gedacht sind. Das ist die längste Runde und die wertvollste, denn hier entscheidet sich, ob Besucher verstehen, was sie bei dir bekommen und was es kostet.

Runde 4: Menschen und Bilder

Hast du ein Foto von dir? Echte Kundenstimmen mit schriftlicher Freigabe? Zahlen, die du belegen kannst? Was fehlt, wird nicht ersetzt, sondern entfernt. Eine Sektion weniger ist immer besser als eine erfundene.

Warum du dich fragen lassen solltest

Der erste Reflex ist, alles auf einmal zu diktieren: hier mein Text, bau das ein. Das funktioniert schlechter, als es klingt. Deine KI kennt jede Stelle, an der eine Angabe gebraucht wird, du kennst sie nicht. Wenn sie fragt, kommt eine Lücke im Gespräch auf den Tisch, statt später als leere Stelle auf der Website.

Dazu kommt der Ton. Aus deinen Antworten in eigenen Worten entstehen bessere Texte als aus einer Stichwortliste. Antworte ruhig ausführlich und so, wie du es einem Kunden am Telefon erzählen würdest. Das Formulieren übernimmt danach die KI.

Eine Runde reicht für heute

Der Umbau muss nicht an einem Stück passieren. Nach jeder Runde steht eine Website, die man ansehen kann. Hör auf, wenn du müde wirst, und sag beim nächsten Mal einfach, dass ihr bei Runde 3 weitermacht. Deine KI liest den Stand aus dem Projekt.

Nach der vierten Runde übernimmt der Skill template-aufbau. Er arbeitet den Rest systematisch ab: Bilder, Angaben für Suchmaschinen, Rechtsseiten und am Ende die Suche, die beweist, dass von der erfundenen Identität nichts mehr übrig ist. Was jeder Skill kann, steht im Kapitel Die sieben Skills.

Der Tonfall deines Templates #

Jedes Template bringt einen festgelegten Ton mit. Er steht als eigene Datei im Wissensordner, meist unter Wissen/tone-of-voice.md, und beschreibt in Regeln und Beispielen, wie diese Website klingt: Satzlänge, Anrede, erlaubtes und unerwünschtes Vokabular, wie eine Kopfzeile gebaut wird, wie lang eine Antwort in der FAQ sein darf.

Diese Datei ist kein Beiwerk. Sie ist der Grund, warum alle Texte deiner Website nach derselben Stimme klingen, auch wenn sie an zwanzig verschiedenen Tagen entstanden sind. Deine KI liest sie vor jeder Textrunde.

Passt der Ton nicht zu dir, änderst du ihn an genau dieser Stelle. Nicht Satz für Satz auf der Website, sondern in der Regel. Danach lässt du die vorhandenen Texte gegen die neue Regel laufen.

Ändere die Regel, nicht die einzelnen Sätze

Wer den Ton nur im gerade offenen Text ändert, bekommt eine Website in zwei Stimmen. Der nächste Absatz, der Wochen später entsteht, folgt wieder der alten Datei. Erst die Regel ändern, dann einmal über den Bestand gehen: so bleibt es eine Stimme.

Das schreibst du deiner KI

Der Ton der Website ist mir zu förmlich. Ich möchte wärmer und persönlicher klingen, ohne anbiedernd zu wirken. Ändere zuerst die Tonalitäts-Datei im Wissensordner, zeig mir die neue Fassung und schreib danach die vorhandenen Texte darauf um.

Was ein eigener Ton nicht ist

  • Nicht länger. Eine eigene Stimme entsteht durch Auswahl, nicht durch mehr Wörter.
  • Nicht lauter. Superlative und Ausrufezeichen sollen Nachdruck geben und klingen doch nach Unsicherheit.
  • Nicht beliebig. „Professionell und modern“ ist ein Wunsch, keine Vorgabe. Nenn deiner KI zwei Sätze, die du gut findest, und einen, den du nie sagen würdest. Das trägt weiter als jedes Adjektiv.

Siezen oder duzen #

Die Anrede ist die eine Entscheidung, die jeden Satz der Website berührt. Die meisten Templates sind in der Sie-Form angelegt, weil sie in den meisten Branchen die sichere Wahl ist. Passt Du besser zu dir, ist die Umstellung eine Sache von Minuten. Sie muss nur vollständig sein.

Vollständig heißt: nicht nur die Fließtexte, sondern auch die Beschriftungen der Knöpfe, die Hinweise in den Formularfeldern, die Bestätigung nach dem Absenden, die Fehlermeldungen, die Fragen in der FAQ und die Texte im Einwilligungs-Dialog. Eine einzige übersehene Stelle fällt sofort auf.

Das schreibst du deiner KI

Stell die ganze Website von der Sie-Form auf die Du-Form um. Bitte auch Knopf-Beschriftungen, Formularfelder, Bestätigungen, Fehlermeldungen, FAQ-Fragen und den Einwilligungs-Dialog. Trag die neue Anrede zuerst in die Tonalitäts-Datei ein und listet mir am Ende jede geänderte Datei auf.

Einmal entscheiden, dann dabei bleiben

Es gibt keine halbe Anrede. Wer oben duzt und im Formular siezt, wirkt nicht locker, sondern unaufmerksam. Wenn du unsicher bist, prüf es an einer echten Situation: Wie redest du deine Kunden im ersten Telefonat an? Genauso soll die Website reden.

Eine einzelne Seite überarbeiten #

Im Alltag änderst du selten alles. Meist ist es eine Seite, die noch nicht sitzt. Dafür gibt es eine Reihenfolge, die zuverlässig funktioniert.

Sag, für wen die Seite da ist

Wer landet hier, was soll die Person danach tun, was hält sie zurück. Ohne diese drei Antworten wird jeder Text beliebig. Zwei Sätze reichen, aber sie müssen gesagt sein.

Lass deine KI zuerst lesen

Bevor sie schreibt, soll sie sagen, was auf der Seite steht und wo sie den Bruch sieht. Oft ist die Diagnose schon die halbe Lösung, und du sparst dir eine Fassung, die am Problem vorbeigeht.

Abschnitt für Abschnitt statt alles auf einmal

Eine neue Fassung der ganzen Seite ist schwer zu beurteilen. Drei Vorschläge für eine Kopfzeile sind leicht zu beurteilen. Arbeite dich von oben nach unten durch und entscheide je Abschnitt.

Laut lesen

Was gesprochen holprig klingt, liest sich auch geschrieben holprig. Diese Prüfung kostet zwei Minuten und ersetzt viele Meinungsrunden. Alles, worüber deine Zunge stolpert, wird umgeschrieben.

Die Längen respektieren

Die Layouts sind auf bestimmte Textlängen gebaut: Kopfzeilen aus drei bis acht Wörtern, Sektionstexte aus zwei bis vier Sätzen, FAQ-Antworten aus höchstens vier Sätzen. Wer mehr zu sagen hat, schreibt einen Artikel.

Das schreibst du deiner KI

Lies die Seite [Name] und sag mir zuerst, für wen sie geschrieben ist und wo sie unklar wird. Schlag mir danach drei Varianten für die Kopfzeile vor, jede höchstens acht Wörter, im Ton aus dem Wissensordner. Ändere noch nichts.

Zu langer Text bricht das Layout

Kacheln und Raster sind auf kurze Texte gerechnet. Wenn eine Karte plötzlich doppelt so hoch ist wie ihre Nachbarn, liegt das fast nie am Design, sondern an drei Sätzen zu viel. Kürzen ist hier die Reparatur.

Eine neue Unterseite anlegen #

Eine neue Seite ist mehr als eine neue Datei. Damit sie sich anfühlt, als wäre sie immer da gewesen, muss sie den Bauplan der vorhandenen Seiten übernehmen und an mehreren Stellen angemeldet werden.

Deshalb legst du sie nicht von Hand an, sondern über den Skill template-aufbau. Er kennt den Aufbau der vorhandenen Seiten, den Ton aus dem Wissensordner und die Stellen, die danach nachgezogen werden müssen.

Das schreibst du deiner KI

Leg eine neue Unterseite [Titel] an. Nimm den Aufbau einer vorhandenen Seite als Vorlage und den Ton aus dem Wissensordner. Trag sie danach in die Navigation, in den Fuß und in die Übersichtsdatei für Suchmaschinen ein und gib ihr einen eigenen Seitentitel samt Beschreibung.

Danach werden vier Stellen nachgezogen. Deine KI macht das auf denselben Satz hin mit, aber du solltest wissen, worum es geht, damit du es prüfen kannst.

  • Die Navigation. Bei Templates mit Ordner src steht sie meist als Liste in der zentralen Datendatei, sonst in jeder einzelnen Seite. Prüf danach das Menü auf dem Handy, es ist oft ein eigenes Element.
  • Der Fuß. Er trägt häufig eine zweite, längere Liste von Links, die nicht automatisch mitwächst.
  • Die Übersichtsdatei für Suchmaschinen, meist sitemap.xml. Ohne Eintrag findet Google die Seite deutlich später.
  • Mindestens ein Link aus einem Text heraus. Eine Seite, auf die nur das Menü zeigt, wirkt für Besucher und für Suchmaschinen wie ein Anhängsel.
Neue Seite, eigener Titel

Jede Seite braucht einen eigenen Seitentitel und eine eigene Beschreibung. Zwei Seiten mit demselben Titel sind für Google zwei Kandidaten für dieselbe Suche, und keiner von beiden gewinnt. Wie du beides formulierst, steht im Kapitel SEO und Sichtbarkeit.

Wann eine neue Seite die falsche Antwort ist

Nicht jeder Inhalt verdient eine eigene Seite. Drei Absätze zu einem Randthema sind auf einer bestehenden Seite besser aufgehoben. Eine eigene Seite lohnt sich, wenn Menschen genau danach suchen, wenn du ihre Adresse einzeln verschicken willst oder wenn sie ein eigenes Angebot beschreibt. Sonst wächst nur das Menü.

Eine Seite entfernen #

Seiten wegzunehmen gehört zur Pflege. Eine Leistung, die du nicht mehr anbietest, gehört von der Website. Heikel ist dabei nicht die Datei, sondern alles, was noch auf sie zeigt.

  1. Erst suchen, dann löschen. Lass deine KI das ganze Projekt nach Verweisen durchsuchen, auch nach Links mitten im Fließtext, in Artikeln und auf Knöpfen.
  2. Die Datei entfernen und die Verweise auflösen: Navigation, Fuß, Übersichtsdatei für Suchmaschinen und jeder Link aus einem Text.
  3. Entscheiden, was mit der alten Adresse passiert. War die Seite nie öffentlich, reicht das Löschen. War sie live, richtest du eine Weiterleitung auf die passende neue Seite ein.
  4. Prüfen. Ein Durchlauf über alle Links am Ende zeigt, ob wirklich nichts mehr ins Leere führt.
Das schreibst du deiner KI

Ich nehme die Seite [Adresse] von der Website. Such zuerst im ganzen Projekt jeden Verweis darauf und zeig mir die Liste. Entferne danach die Seite samt Eintrag in Navigation, Fuß und Übersichtsdatei und richte eine Weiterleitung auf [Zieladresse] ein.

Gelöschte Seiten, die live waren, brauchen ein Ziel

Wer eine öffentlich erreichbare Adresse ersatzlos streicht, schickt jeden alten Link, jede Empfehlung von außen und jedes Suchergebnis auf eine Fehlerseite. Eine Weiterleitung auf die nächstpassende Seite kostet eine Zeile und rettet den Besuch.

Blogbeiträge und Artikel #

Artikel sind der einzige Teil deiner Website, der von selbst wächst. Sie beantworten die Fragen, die deine Kunden vor der Anfrage stellen, und sie sind der Grund, warum Menschen dich finden, ohne deinen Namen zu kennen.

Ein Beitrag besteht in den meisten Templates aus zwei Teilen, die zusammengehören: dem Eintrag in der Übersicht (Titel, Datum, Kategorie, Vorschautext, Bild) und dem Artikel selbst als eigene Seite. Fehlt einer der beiden, ist der Beitrag entweder unsichtbar oder er führt ins Leere. Deine KI legt beides gemeinsam an.

Was einen Artikel gut macht

  • Eine echte Frage als Titel. Schreib so, wie jemand sucht, nicht so, wie eine Broschüre klingt.
  • Ein Einstieg mit Problem und Versprechen. Wer nach zwei Sätzen nicht weiß, ob er hier richtig ist, geht wieder.
  • Zwischentitel als Wegweiser, ein Gedanke je Abschnitt. Die meisten lesen zuerst nur die Zwischentitel.
  • Listen und Tabellen statt Textwüsten. Vergleiche gehören in eine Tabelle, Abläufe in eine nummerierte Liste.
  • Interne Links. Mindestens einer auf die passende Leistung und einer auf einen verwandten Artikel.
  • Zahlen nur mit Quelle. Was aus deiner Erfahrung stammt, wird als Erfahrungswert gekennzeichnet.

Wie viel und wie oft

Länge. Ein Beitrag, der eine Suchfrage vollständig beantwortet, liegt meist zwischen 1.500 und 2.500 Wörtern. Kürzer wird selten gefunden, länger selten zu Ende gelesen. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob die Frage danach beantwortet ist.

Häufigkeit. Ein guter Beitrag im Monat schlägt vier schnelle. Ein Blog mit sechs starken Artikeln ist besser als einer mit dreißig dünnen, die niemand zu Ende liest. Setz dir einen Rhythmus, den du auch in einem vollen Monat hältst, und halte ihn lieber ein Jahr lang durch als sechs Wochen.

Reihenfolge. Fang mit den Fragen an, die dir Kunden ohnehin ständig stellen. Die kennst du auswendig, du beantwortest sie besser als jeder Wettbewerber, und es sind genau die Fragen, die Menschen in die Suche tippen.

Das schreibst du deiner KI

Schreib einen Artikel zur Frage [Frage, die mir Kunden oft stellen]. Nimm den Aufbau der vorhandenen Artikel und den Ton aus dem Wissensordner, 1.500 bis 2.500 Wörter, mit Zwischentiteln, einer Tabelle für den Vergleich und einem Link auf die passende Leistung. Leg den Eintrag in der Übersicht gleich mit an und erfinde keine Zahlen.

Ein Artikel ist nach dem Schreiben nicht fertig

Der wirksamste Griff ist oft kein neuer Beitrag, sondern ein alter, der aufgefrischt wird: Datum, Zahlen, Beispiele und Links auf den heutigen Stand bringen. Den Rhythmus dafür beschreibt das Kapitel Pflegen und erweitern.

Bilder tauschen #

Bilder tragen mehr Vertrauen als jeder Satz über Vertrauen. Dein Template bringt Platzhalter mit, meist lizenzfreie Motive aus einer Bilddatenbank. Sie sehen gut aus, aber sie zeigen nicht dich.

Was raus muss und was bleiben darf

  • Portraits der erfundenen Person müssen raus. Für die abgebildeten Menschen gibt es keine Einwilligung, dass ihr Gesicht für dich steht. Kein Model-Release heißt: Dieses Bild darf nie als dein Foto auftreten.
  • Szenen mit erkennbaren Personen ebenfalls. Auch ein Besprechungsfoto behauptet ein Team, das es so nicht gibt.
  • Motive ohne Personen dürfen bleiben. Räume, Werkzeuge, Materialien, Architektur, Arbeitsplätze. Sie zeigen Atmosphäre statt Menschen und sind damit unbedenklich.
Das Portrait hängt an mehreren Stellen

In vielen Templates ist dasselbe Portrait zugleich das Vorschaubild beim Teilen in sozialen Netzwerken und das Autorenfoto im Blog. Wer nur die Startseite ansieht, hält die Sache für erledigt. Lass dir nach dem Tausch jede Stelle nennen, an der die Datei verwendet wird.

Wie du ein Bild richtig einsetzt

  • Lokal ablegen statt verlinken. Jedes Bild gehört als Datei in dein Projekt, meist unter public/images/ oder assets/img/. Ein Bild von einer fremden Adresse kann jederzeit verschwinden oder ausgetauscht werden, und dann steht das Loch auf deiner Seite.
  • Größe vor dem Einbauen anpassen. Fotos mit einer Breite von 1200 bis 1600 Pixeln reichen für jede Stelle. Ein Bild direkt aus der Kamera ist schnell zehnmal so groß und macht deine Seite auf dem Handy langsam.
  • Sprechende Dateinamen, klein geschrieben, ohne Umlaute und Leerzeichen: werkstatt-innen.jpg statt IMG_4711.JPG.
  • Bildbeschreibung nicht vergessen. Jedes Bild braucht einen kurzen Text, der beschreibt, was zu sehen ist. Er wird vorgelesen, wenn jemand die Seite nicht sehen kann, und er erscheint, wenn das Bild nicht lädt.
  • Den Bildnachweis pflegen. Woher ein Motiv stammt, steht in BILDNACHWEIS.md. Tauschst du ein Bild, ändert sich auch dieser Eintrag.
Das schreibst du deiner KI

Ich habe eigene Fotos im Ordner [Pfad]. Tausch damit die Platzhalter aus: im richtigen Verzeichnis ablegen, auf eine sinnvolle Breite bringen, passende Bildbeschreibungen schreiben und den Bildnachweis aktualisieren. Sag mir danach, welche Platzhalter mit Personen noch übrig sind.

Eigene Fotos schlagen jedes gekaufte Motiv, auch wenn sie weniger perfekt sind. Ein Telefon am Fenster, Tageslicht, kein Blitz, quer gehalten: das reicht für fast jede Stelle. Gestellte Handschläge und jubelnde Menschen vor Bildschirmen erkennt jeder Besucher als Dekoration.

Erfundene Belege ersetzen #

Kundenstimmen, Zahlen und Fallbeispiele sind Platzhalter

Alles, was in deinem Template nach Beleg aussieht, ist erfunden: die Stimmen mit Namen und Firma, die Projektzahlen, die Jahre Erfahrung, die Fallbeispiele mit ihren Ergebnissen. Sie werden ersetzt oder entfernt, nie aufgehübscht.

Eine erfundene Kundenstimme ist keine Platzhalter-Frage mehr, sondern eine Falschangabe gegenüber Kunden, und sie ist wettbewerbsrechtlich angreifbar. Im Zweifel eine Sektion weniger.

Dein Template macht diese Stellen absichtlich sichtbar. Stimmen tragen ein Vorzeichen wie „Beispiel“, Fallbeispiele eine Kennzeichnung, Referenzseiten einen Hinweis. Diese Markierungen bleiben stehen, bis echte, schriftlich freigegebene Belege eingetragen sind. Sie zu entfernen, ohne den Inhalt zu ersetzen, ist der einzige wirklich gefährliche Handgriff in diesem Kapitel.

Für jeden Beleg gibt es genau drei Wege, und alle drei sind in Ordnung.

  • Du hast echte Belege. Trag sie ein, mit schriftlicher Freigabe der Person oder der Firma. Danach dürfen die Markierungen weg.
  • Du hast noch keine. Nimm die Sektion heraus. Eine Website ohne Stimmen wirkt neu, eine mit erfundenen Stimmen wirkt unehrlich, sobald jemand nachfragt.
  • Du hast etwas Ähnliches. Beschreib deine Arbeitsweise, statt Ergebnisse zu behaupten. „So läuft ein Auftrag bei mir ab“ trägt am Anfang weiter als eine Zahl, die du nicht belegen kannst.
Das schreibst du deiner KI

Zeig mir jede Stelle auf der Website, an der ein Beleg steht: Kundenstimmen, Zahlen, Jahresangaben, Projektzahlen, Fallbeispiele und Auszeichnungen. Sortier sie danach, ob ich sie belegen kann, mit Datei und Zeile. Entferne nichts, bis ich entschieden habe.

Zahlen, die du belegen kannst, sind stark. „Seit 2014 im Handwerk“ überzeugt mehr als „langjährige Erfahrung“, sofern 2014 stimmt. Der Prüflauf im Kapitel Live gehen sucht am Ende noch einmal nach allen Resten.

Der passende Satz zur Aufgabe #

Die meisten Aufgaben in diesem Kapitel sind ein einziger Satz an deine KI. Diese Tabelle deckt den Alltag ab. Setz in den eckigen Klammern deine eigenen Angaben ein.

Das willst du Das schreibst du
Eine Formulierung finden Wo steht der Satz [Satzanfang]? Nenn mir Datei und Zeile und sag mir, ob er noch an anderer Stelle vorkommt.
Die Telefonnummer ändern Meine neue Nummer ist [Nummer]. Ändere sie überall, auch im Klick-Link, im Fuß, im Menü auf dem Handy und in den maschinenlesbaren Angaben.
Eine Leistung ergänzen Nimm eine weitere Leistung auf: [Titel], [zwei Sätze dazu]. Denk an die Links im Fuß und an Zahlwörter wie „acht Leistungen“ im Fließtext.
Einen Text kürzen Kürz diesen Abschnitt auf höchstens drei Sätze, ohne die Aussage zu verlieren. Zeig mir alt und neu nebeneinander.
Preise anpassen Meine Preise ändern sich auf [Werte]. Ändere sie überall, auch in der FAQ-Antwort zu den Kosten und in den Preis-Kacheln.
Eine FAQ-Antwort schreiben Beantworte die Frage [Frage] im Ton der Website, höchstens vier Sätze: erst die direkte Antwort, dann die Einordnung.
Die Stadt wechseln Die Website soll auf [neue Stadt] laufen statt auf [alte Stadt]. Ändere Adresse, Texte, Seitentitel und die maschinenlesbaren Angaben und sag mir, wo die alte Stadt noch steht.
Den Ton prüfen Lies alle Texte der Website und sag mir, wo der Ton aus dem Wissensordner nicht eingehalten ist. Nur melden, noch nichts ändern.

Bevor du weitergehst #

Wenn du diese Punkte abhaken kannst, stehen deine Inhalte so weit, dass Design und Suche darauf aufbauen können.

  • Name, Anschrift, Telefon und E-Mail stehen überall richtig
  • Die Leistungen beschreiben, was du wirklich anbietest, zu den Preisen, die gelten
  • Keine erfundene Stimme, keine erfundene Zahl, kein erfundenes Fallbeispiel ist übrig
  • Kein Bild zeigt ein Gesicht, das nicht zu dir gehört
  • Jedes Bild liegt als Datei im Projekt und hat eine Bildbeschreibung
  • Die Anrede ist überall dieselbe, auch in Knöpfen, Formularen und Meldungen
  • Der Ton steht in der Datei im Wissensordner und die Texte folgen ihm
  • Jede Seite hat einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung
  • Kein Link führt auf eine Seite, die es nicht mehr gibt
  • Was dir noch fehlt, steht auf einer Liste offener Punkte statt erfunden auf der Website
Weiter geht es mit dem Aussehen

Deine Texte stehen, jetzt darf das Design nachziehen. Wie du Farben, Schrift und Abstände über die zentralen Werte änderst, ohne dass das System auseinanderfällt, steht im Kapitel Design anpassen.