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Anwalt-Homepage, 7 Fehler, die Mandanten kosten

Die meisten Kanzlei-Homepages sind ordentlich gemacht und verlieren trotzdem Mandanten. Meistens an denselben sieben Stellen, und keine davon hat mit Design zu tun.

3 Minuten Lesezeit

Kanzlei-Homepages scheitern selten am Design. Sie scheitern an sieben Stellen, die mit Struktur und Sprache zu tun haben, und die sich fast alle in überschaubarer Zeit beheben lassen.

Fehler 1, alle Rechtsgebiete auf einer Seite

Der teuerste Fehler. Eine Seite mit der Überschrift “Unsere Tätigkeitsschwerpunkte” und acht Aufzählungspunkten konkurriert für kein einziges dieser Gebiete.

Mandanten suchen nach ihrem Problem. Wer “Anwalt Kündigung Frist” sucht, findet keine Sammelseite, sondern eine Seite über Kündigungsschutz. Google kann nur bewerten, was eine eigene Adresse hat.

Die Lösung: Eine Seite je Rechtsgebiet, jede mit einem Text, der die typische Mandantensituation beschreibt. Das ist Arbeit, etwa ein Tag je Gebiet, und wirkt stärker als alles andere in dieser Liste.

Fehler 2, die Kanzlei spricht über sich

“Die Kanzlei wurde 1998 gegründet und berät bundesweit Mandanten in allen Fragen des Wirtschaftsrechts.” Das ist korrekt, wahr und für einen Menschen mit einem Problem uninteressant.

Die Lösung: Der erste Absatz jeder Seite beschreibt die Situation des Mandanten. Die Kanzleigeschichte gehört auf die Seite “Über uns”, wo sie hingehört und gelesen wird.

Fehler 3, keine Fristen genannt

In vielen Rechtsgebieten entscheiden Fristen darüber, ob überhaupt noch etwas möglich ist. Drei Wochen bei der Kündigungsschutzklage, zwei Wochen bei der Berufung, zwei Wochen beim Widerspruch.

Wer diese Frist auf der Rechtsgebietsseite nennt, gibt dem Besucher den Grund, jetzt anzurufen statt morgen. Wer sie verschweigt, verliert an die Kanzlei, die sie nennt.

Die Lösung: Frist im ersten Drittel der Seite, deutlich sichtbar, mit dem Hinweis, ab wann sie läuft.

Fehler 4, die Rufnummer ist nicht erreichbar

Viele Mandanten suchen am Telefon, oft abends. Wenn die Rufnummer erst nach zwei Bildschirmen kommt oder nicht wählbar ist, ruft die Person die nächste Kanzlei an.

Die Lösung: Rufnummer im Kopfbereich, auf dem Telefon mit einem Daumendruck wählbar. Das ist eine Änderung von zehn Minuten.

Fehler 5, Bildagentur-Fotos statt Menschen

Waage, Richterhammer, Paragrafenzeichen, ein Stapel Bücher. Diese Motive stehen auf tausenden Kanzleiseiten und sagen nichts.

Mandanten beauftragen Menschen. Ein Portrait je Berufsträger, echt und aktuell, wirkt stärker als jedes Symbolbild.

Die Lösung: Ein Fototermin für die ganze Kanzlei, 300 bis 800 Euro, hält Jahre.

Fehler 6, kein Wort zu den Kosten

Die Sorge vor unabsehbaren Kosten hält mehr Menschen von einem Anruf ab als jeder andere Grund. Fast keine Kanzlei-Homepage geht darauf ein.

Die Lösung: Ein Absatz, der erklärt, wie abgerechnet wird, was ein Erstgespräch kostet und wann das RVG greift. Feste Preise sind nicht nötig, Transparenz über die Systematik schon.

Fehler 7, Fachsprache ohne Erklärung

“Wir vertreten Sie im einstweiligen Rechtsschutz” ist präzise und für den Suchenden unverständlich. Er weiß nicht, dass genau das seine Situation ist.

Die Lösung: Fachbegriff nennen und in einem Halbsatz erklären. Das hilft dem Leser und der Sichtbarkeit gleichzeitig, weil Mandanten in Alltagssprache suchen.

Die Reihenfolge

Wer nicht alles auf einmal machen kann, geht so vor:

  1. Rufnummer erreichbar machen, zehn Minuten
  2. Kostenabsatz schreiben, eine Stunde
  3. Fristen auf die wichtigsten Rechtsgebietsseiten, ein Vormittag
  4. Eigene Seiten je Rechtsgebiet, ein Tag pro Gebiet
  5. Fototermin, wenn Budget da ist

Die ersten drei Punkte kosten einen halben Tag und beheben den größten Teil des Problems.

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Der komplette Aufbau steht im Leitfaden Kanzlei-Website erstellen, die Zahlen unter Kanzlei-Website Kosten. Alle Kanzlei Website Templates bringen eigene Rechtsgebietsseiten und Profile bereits mit.

Häufige Fragen

Alle Rechtsgebiete auf einer Seite. Damit konkurriert die Kanzlei für keines der Gebiete, weil Google nur bewerten kann, was eine eigene Adresse hat, und Mandanten nach ihrem Problem suchen, nicht nach der Kanzlei.

Die meisten in wenigen Stunden. Eigene Rechtsgebietsseiten anzulegen dauert länger, etwa einen Tag pro Gebiet inklusive Text, wirkt aber am stärksten von allen sieben Punkten.

Feste Preise selten, aber eine Erklärung der Abrechnung fast immer. Ein Absatz über RVG, Stundensatz und was ein Erstgespräch kostet, nimmt die größte Unsicherheit und filtert unpassende Anfragen.

Nur mit fester Zuständigkeit. Ein Blog mit drei Beiträgen aus 2024 schadet mehr, als er nützt. Wer schreiben will, investiert die Zeit besser in gründliche Rechtsgebietsseiten, die dauerhaft gefunden werden.

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