Was kostet eine Kanzlei-Website? Ehrliche Zahlen
Für dieselbe Kanzlei-Website reichen Angebote von 1.500 bis 20.000 Euro. Der Unterschied liegt fast nie in der Technik, sondern darin, wer Texte, Fotos und Struktur liefert. Hier stehen die Zahlen aufgeschlüsselt.
| Weg | Einmalig | Laufend pro Jahr | Passt für |
|---|---|---|---|
| Baukasten selbst gebaut | 0 € | 130 bis 300 € | Einzelkanzlei, ein Schwerpunkt |
| Template mit eigenem Code | 89 € | 30 bis 80 € | Kanzlei mit mehreren Dezernaten |
| Machen lassen zum Festpreis | 799 € | 30 bis 80 € | Wer die Technik abgeben will |
| Freelancer | 2.000 bis 6.000 € | 200 bis 500 € | Mittlere Kanzleien |
| Agentur | 6.000 bis 20.000 € | 800 bis 3.000 € | Große Einheiten, Sozietäten |
Kanzleien bekommen für dieselbe Anfrage sehr unterschiedliche Angebote. Das liegt daran, dass “Website für eine Kanzlei” keine definierte Leistung ist. Eine Einzelkanzlei mit einem Schwerpunkt braucht fünf Seiten, eine Sozietät mit acht Dezernaten und sechs Berufsträgern braucht zwanzig.
Diese Aufstellung trennt die Kosten nach dem, was tatsächlich zu tun ist.
Was den Preis treibt
Drei Faktoren, in dieser Reihenfolge:
Die Zahl der Seiten. Jedes Rechtsgebiet braucht eine eigene Seite, sonst ist es für die Suche unsichtbar. Jeder Berufsträger braucht ein Profil. Das ist der größte Hebel auf den Preis, wenn nach Aufwand abgerechnet wird.
Wer die Texte schreibt. Rechtsgebietstexte sind anspruchsvoll, weil sie fachlich korrekt und trotzdem für Laien verständlich sein müssen. Extern kosten sie 200 bis 500 Euro je Seite. Intern kosten sie Kanzleistunden, die teurer sind als der Zukauf.
Wie individuell das Design ist. Ein maßgeschneidertes Design kostet mehrere Tausend Euro. Ob es mehr Mandate bringt als eine gut strukturierte Vorlage, ist unbelegt.
Die Wege im Einzelnen
Baukasten, selbst gebaut
Die Kanzlei baut selbst mit Wix oder Squarespace. 11 bis 25 Euro im Monat.
Für eine Einzelkanzlei mit ein bis zwei Schwerpunkten funktioniert das. Ab etwa fünf Rechtsgebieten wird die Pflege mühsam, weil jede Seite von Hand entsteht und niemand die Struktur zusammenhält.
Wirklicher Aufwand: Zwanzig bis vierzig Kanzleistunden. Bei einem internen Stundensatz von 150 Euro ist der vermeintlich günstige Weg der teuerste in dieser Liste.
Fertiges Template
Eine vollständige Kanzlei-Website, einmal gekauft, per Chat auf die eigene Kanzlei umgebaut. Rechtsgebietsseiten und Profile sind bereits angelegt.
Wirklicher Aufwand: Ein halber bis ganzer Tag für den Umbau, plus die Zeit für die eigenen Texte. Die Struktur muss niemand mehr erfinden.
Machen lassen zum Festpreis
Der Mittelweg: Die Kanzlei liefert Inhalte, jemand anderes baut ein und schaltet live. Bei unserem AI Website Service sind das 799 Euro.
Wirklicher Aufwand: Ein Gespräch und die Zulieferung von Texten und Fotos.
Freelancer
2.000 bis 6.000 Euro. Meistens WordPress, oft mit Grundlagen-SEO.
Vorsicht bei: der Wartung danach. Eine WordPress-Kanzleiseite ohne Aktualisierungen ist innerhalb von zwei Jahren angreifbar, und in einer Kanzlei ist das ein größeres Problem als anderswo.
Agentur
6.000 bis 20.000 Euro. Konzept, individuelles Design, Texte, Fotos, Umsetzung.
Sinnvoll, wenn: die Website ein zentraler Mandantenkanal ist, etwa bei stark umkämpften Rechtsgebieten mit hohen Streitwerten.
Die Posten, die gern fehlen
Prüfen Sie jedes Angebot gegen diese Liste:
- Texte je Rechtsgebiet. Der größte versteckte Posten.
- Portraitfotos. 300 bis 800 Euro für die ganze Kanzlei.
- Prüfung der Pflichtangaben. Impressum mit Kammer, berufsrechtlichen Regelungen, Haftpflichtangaben.
- Cookie-Banner und Analytics. Rechtssichere Einrichtung, 200 bis 600 Euro.
- Datenschutzkonformes Hosting. Bei Kanzleien ein Thema, das Mandanten zunehmend ansprechen.
- Einweisung. Wer pflegt die Seite, wenn ein neuer Kollege dazukommt?
Die Rechnung über drei Jahre
Für eine Kanzlei mit fünf Rechtsgebieten und drei Berufsträgern:
- Baukasten: 400 bis 900 Euro plus etwa dreißig eigene Stunden
- Template selbst umgebaut: Kaufpreis plus 150 Euro Hosting plus etwa acht eigene Stunden
- Festpreis-Service: 799 Euro plus 150 Euro Hosting
- Freelancer: 2.600 bis 7.500 Euro inklusive Pflege
- Agentur: 8.400 bis 29.000 Euro inklusive Pflege
Was am Ende zählt
Keine dieser Zahlen sagt etwas darüber, ob die Website Mandate bringt. Das entscheiden drei andere Dinge: ob jedes Rechtsgebiet eine eigene Seite mit einem verständlichen Text hat, ob die Rufnummer auf dem Telefon sofort erreichbar ist, und ob die Berufsträger als Menschen sichtbar werden.
Eine Website für 800 Euro, die das leistet, schlägt eine für 15.000, die es nicht tut.
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Häufige Fragen
Ist sie meistens nicht. Was den Aufwand erhöht, ist die Zahl der Seiten. Acht Rechtsgebiete und fünf Berufsträger ergeben schnell neunzehn Seiten statt fünf. Bei Stundensätzen macht das den Unterschied, bei einem Template nicht.
Impressum, Datenschutzerklärung und die berufsrechtlichen Angaben zu prüfen kostet extern 200 bis 800 Euro. In einer Kanzlei übernimmt das meistens ein Berufsträger selbst, dann ist es Eigenleistung und trotzdem Arbeitszeit.
Portraits ja, alles andere nein. Mandanten beauftragen Menschen. Ein gutes Portrait je Berufsträger kostet im Paket 300 bis 800 Euro und wirkt stärker als jedes Bildagentur-Motiv von Waage und Paragrafenzeichen.
Bei einer statischen Website praktisch nichts außer Hosting. Bei WordPress rechnen Sie mit 200 bis 600 Euro im Jahr für Aktualisierungen und Erweiterungen, sonst wird die Seite nach zwei Jahren zum Sicherheitsrisiko.
Erst wenn die Grundlagen stehen. Eine eigene Seite je Rechtsgebiet mit brauchbarem Text bringt mehr als jede monatliche Betreuung auf einer Website, die alle Themen auf einer Seite bündelt. Danach kann laufende Betreuung sinnvoll sein, sie liegt bei 500 bis 2.000 Euro im Monat.
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