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Kanzlei-Website erstellen, was Anwälte 2026 wirklich brauchen

Mandanten suchen unter Druck, oft nachts und fast immer am Telefon. Dieser Leitfaden zeigt, wie eine Kanzlei-Website aufgebaut sein muss, damit aus dieser Suche ein Anruf wird, und was dabei rechtlich zu beachten ist.

4 Minuten Lesezeit

Eine Kanzlei-Website hat eine ungewöhnliche Ausgangslage. Der Besucher ist bereits überzeugt, dass er Hilfe braucht. Er ist meistens angespannt, oft in Eile, und er vergleicht in diesem Moment zwei oder drei Kanzleien. Die Website muss deshalb nicht verkaufen, sondern beweisen und den Weg frei machen.

Dieser Leitfaden geht durch, was dafür nötig ist.

Der Unterschied zu anderen Websites

Bei den meisten Unternehmensseiten geht es darum, Interesse zu wecken. Bei Kanzleien geht es darum, in einer bestehenden Drucksituation die naheliegende Wahl zu sein. Daraus folgen drei Dinge:

Erreichbarkeit schlägt Gestaltung. Eine sichtbare Rufnummer bringt mehr Mandate als jede Bildsprache.

Spezifisch schlägt vollständig. “Wir beraten in allen Rechtsgebieten” wirkt schwächer als “Schwerpunkt Arbeitsrecht, seit achtzehn Jahren”.

Personen schlagen Institution. Mandanten beauftragen einen Menschen. Echte Portraits mit Werdegang wirken stärker als jedes Kanzleilogo.

Die Seitenstruktur

Bewährt hat sich dieser Aufbau:

  1. Startseite. Wofür die Kanzlei steht, die Rechtsgebiete im Überblick, die Berufsträger, ein klarer Kontaktweg.
  2. Eine Seite je Rechtsgebiet. Das ist der wichtigste Punkt für die Sichtbarkeit. Wer im Arbeitsrecht gefunden werden will, braucht eine Seite über Arbeitsrecht, die die typischen Fragen beantwortet.
  3. Ein Profil je Berufsträger. Werdegang, Schwerpunkte, Zulassungsjahr, Foto. Gern auch Veröffentlichungen und Vorträge.
  4. Über die Kanzlei. Geschichte, Selbstverständnis, Standort mit Anfahrt.
  5. Kontakt. Rufnummer, Adresse, Erreichbarkeitszeiten, Formular. Bei Bedarf ein gesonderter Weg für dringende Fälle.
  6. Impressum.
  7. Datenschutzerklärung.

Kanzleien mit acht Rechtsgebieten kommen so auf etwa neunzehn Seiten. Das klingt nach viel und ist der Normalfall.

Was auf eine Rechtsgebietsseite gehört

Diese Seiten entscheiden über die Sichtbarkeit. Der Aufbau, der sich bewährt hat:

Die Situation des Mandanten zuerst. Nicht “Wir beraten im Arbeitsrecht”, sondern die konkrete Lage: Kündigung erhalten, Abmahnung im Briefkasten, Aufhebungsvertrag auf dem Tisch.

Dann die typischen Fragen. Was passiert jetzt, welche Fristen laufen, was kostet das. Fristen sind der stärkste Grund, warum jemand sofort anruft.

Dann das Vorgehen der Kanzlei. In drei bis vier Schritten, ohne Fachjargon.

Dann der zuständige Berufsträger. Mit Foto und Verlinkung auf das Profil.

Zum Schluss der Kontaktweg. Auf jeder einzelnen Rechtsgebietsseite, nicht nur auf der Kontaktseite.

Fristen und Erreichbarkeit

In einigen Rechtsgebieten entscheiden Stunden. Strafrecht, Migrationsrecht und teilweise Arbeitsrecht gehören dazu. Wenn Ihre Kanzlei dort tätig ist, braucht die Website einen sichtbaren Weg für dringende Fälle, und zwar mit klarer Aussage, was dahinter passiert. Eine Notfallnummer ohne Erklärung schafft Erwartungen, die niemand halten kann.

Was hier hilft: eine kurze, ehrliche Angabe der Erreichbarkeit. “Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, in Haftsachen auch außerhalb” ist besser als ein pauschales Versprechen.

Die Pflichtangaben

Hier gilt mehr als bei anderen Websites. Neben Impressum und Datenschutzerklärung sind zu beachten:

  • Berufsbezeichnung und Staat der Verleihung
  • Zuständige Rechtsanwaltskammer
  • Berufsrechtliche Regelungen mit Fundstelle, üblicherweise BRAO, BORA, RVG und Berufsregeln der Rechtsanwälte der Europäischen Union
  • Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • Hinweis zur Streitbeilegung vor der Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft

Fachanwaltsbezeichnungen dürfen nur führen, wer sie verliehen bekommen hat, und sie müssen korrekt bezeichnet sein. Diesen ganzen Block sollte die Kanzlei selbst prüfen oder prüfen lassen. Kein Anbieter und keine KI nimmt diese Verantwortung ab, und ein Generator kennt Ihre Kammer nicht.

Die drei Wege zur fertigen Website

Baukasten. Wix oder Squarespace, 11 bis 25 Euro im Monat. Für eine Einzelkanzlei mit zwei Schwerpunkten ausreichend. Bei acht Rechtsgebieten wird die Pflege mühsam, und die Website bleibt im System des Anbieters.

Agentur. 4.000 bis 15.000 Euro, sechs bis acht Wochen. Konzept, Texte und Fotos aus einer Hand, dafür ist jede spätere Änderung wieder ein Auftrag.

Fertiges Template. Eine vollständige Kanzlei-Website mit allen Rechtsgebietsseiten und Profilen, einmal gekauft, per Chat auf die eigene Kanzlei umgebaut. Der Code gehört der Kanzlei, das Hosting ist frei wählbar, spätere Änderungen beschreibt man im Chat.

Für Kanzleien ist die entscheidende Frage meistens nicht der Preis, sondern wer in zwei Jahren eine Telefonnummer oder einen neuen Kollegen einpflegen kann, ohne einen Dienstleister zu beauftragen.

Nach dem Livegang

Google Unternehmensprofil. Für Kanzleien wichtiger als für die meisten anderen, weil viele Mandanten lokal suchen. Adresse, Zeiten und Rechtsgebiete gepflegt halten.

Search Console einrichten. Sitemap einreichen, damit die Rechtsgebietsseiten überhaupt gefunden werden.

Die Rechtsgebietsseiten beobachten. Welche bringt Anfragen, welche nicht. Oft fehlt der schwachen Seite nur der konkrete Einstieg in die Mandantensituation.

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Wer konkrete Vorlagen vergleichen will, findet die zehn besten Kanzlei-Website-Vorlagen mit Preisen und Bewertung. Alle Kanzlei Website Templates stehen im Marktplatz, jedes mit Rechtsgebietsseiten und Anwaltsprofilen bereits angelegt.

Häufige Fragen

Name und Anschrift, Rechtsform und Vertretungsberechtigte, Kontaktdaten, die Berufsbezeichnung mit dem Staat der Verleihung, die zuständige Rechtsanwaltskammer, die maßgeblichen berufsrechtlichen Regelungen mit Fundstelle sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Auch Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung gehören dazu. Diesen Teil sollte die Kanzlei selbst prüfen.

Werbung ist erlaubt, soweit sie sachlich über die berufliche Tätigkeit informiert. Unzulässig ist reklamehafte Anpreisung, und Angaben zu Erfolgsquoten sind heikel. Konkrete Fallbeschreibungen ohne Mandantenbezug und ohne Erfolgsversprechen sind der sichere Weg.

Ein Template liegt bei 89 bis 100 Euro einmalig, ein Baukasten bei 130 bis 200 Euro pro Jahr, ein Agenturbau zwischen 4.000 und 15.000 Euro. Der größere Aufwand steckt fast immer in Texten und Fotos, nicht in der Technik.

Ja. Mandanten suchen nach ihrem Problem, nicht nach der Kanzlei, und Google kann nur bewerten, was eine eigene Adresse hat. Eine Sammelseite mit acht Aufzählungspunkten rankt für keines der acht Themen.

Schnell genug, dass niemand abspringt. Wer nachts einen Strafverteidiger sucht, wartet keine fünf Sekunden. Die Rufnummer sollte ohne Scrollen sichtbar und mit einem Daumendruck wählbar sein.

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